Autoelektronik per Computer messen
21/11/2011
Bordcomputer im Auto © Michal Adamczyk - Fotolia.com
Mittlerweile ist in einem Auto mindestens so viel Elektronik eingebaut wie in einem Computer – wenn nicht gar noch mehr. Mit dem eigenen Rechner kann man der elektronischen Steuerung aber relativ leicht selbst auf die Schliche kommen. Dabei aber bloß nicht die Übersicht verlieren!
Seit 2001 wird in den meisten Autos mit Benzin-Motor auch ein Steuergerät mit Fehlerspeicher eingebaut, das über eine OBD-Verbindung ausgelesen werden kann. OBD steht für On-Board-Diagnose. Mit einem geeigneten Lesegerät kommt man so den gesicherten Fehlern, dem aktuellen Verbrauch pro Stunde oder 100 Kilometer, der Geschwindigkeit, Kühlwassertemperatur, Motordrehzahl und Lufttemperatur auf die Schliche. Diese Zahlen können dann auf dem Computer gespeichert und bei Interesse auch ausgedruckt werden. Profesionelle Lesegeräte kosten mehrere 1000 Euro, für Amateure reicht aber auch ein Einstiegsgerät wie der ScanMaster-ELM, den es bereits für knapp 160 Euro gibt. Und nein: So lassen sich weder Kilometerzähler manipulieren, noch Motor-Chips tunen.
Eine andere Möglichkeit, die gerade für Hobby-Tuner interessant sein sollte, ist das Programm PowerDyn. Für 75 Euro kann man dann auf dem eigenen Laptop mit geeigneter OBD-Verkabelung während einer Testfahrt alle möglichen Daten sichern. Bei guten Wetterverhältnissen und genauen Angaben über Fahrzeugdaten wie Reifengröße oder Übersetzungsverhältnis erhält man überraschend exakte Messdaten, die zumindest einem Tuning-Erfahrenen verraten, wo noch etwas nachzubessern ist. Auch zum Thema Kombi und Bordelektronik gibt es im Internet zahlreiche Ressourcen für Bastler, Tuner und Hobbymechaniker.
Das Auslesen dieser Daten macht zwar viel Spaß – aber der Nutzen und Sinn für einen normalen Autofahrer ist doch sehr begrenzt, beziehungsweise gar nicht vorhanden. Wer hingegen Automobile zu seiner Leidenschaft zählt und mehr darüber weiß, als bei der Führerscheinprüfung gelernt werden musste, für den lohnt sich die Anschaffung einer OBD-Verkabelung und Programm durchaus.
Gastautorin Mathilde Zornmann
Tags: Bordcomputer, Elektronik, OBD