Facebook immer noch vor Google+
09-05-11

facebook logo, Foto: mcdordor2001_flickr
Ende Juni 2011 startete der mächtige US-amerikanische Konzern Google seine eigene Social Media-Plattform „Google+“ und machte damit dem Marktführer „Facebook“ zum ersten Mal ernste Konkurrenz. Schon nach einem Monat gab es rund 25 Millionen User, nach Schätzungen sind es derzeit mehr als doppelt so viele. Google+ bessert nach, wofür Facebook immer wieder harsche Kritik erntete: Datenschutz und Privatsphäre.
Die virtuellen Freunde können bei Google+ in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, für jede Kategorie kann genau kontrolliert werden, wie viel über sich selbst preisgegeben werden soll. Wer auf Facebook ein Foto hochlädt oder einen Beitrag postet, teilt diesen automatisch mindestens mit allen seinen virtuellen Freunden – egal ob Arbeitskollege, Verwandter oder Freund. Außerdem sind die Datenschutz-Bestimmungen von Google+ erheblich transparenter als bei Facebook, dem Gerüchte nachsagen, dass es hauptsächlich als Plattform dient, um Daten für personalisierte Werbung zu sammeln. Das bedeutet, dass gewisse Daten an Unternehmen übermittelt werden, etwa, was für Seiten man auf Facebook häufig besucht, von welchen Produkten man bereits ein offizieller Fan ist oder was man zu seinen Hobbys zählt. So kann ein grobes Bild vom Benutzer entworfen werden und er bekommt auf Facebook nur noch Anzeigen zu sehen, die irgendwie zu seinen angegebenen Interessen passen. Noch dazu ist Google+ perfekt in die anderen populären Google-Dienste wie ihre kostenlose E-Mail-Plattform „Gmail“ eingebettet.
Doch Facebook zeigt sich relativ unbeeindruckt von Google+: Im Juni wurden rund 870 Millionen verschiedene Nutzer auf der Plattform und mehr als eine Milliarde Seiten-Aufrufe gezählt. An Werbeeinnahmen sollen Zuckerberg & Co mehr als vier Milliarden US-Dollar verdienen. Besonders in Amerika ist Facebook äußerst populär, dort verbringt ein Benutzer im Schnitt mehr als sieben Stunden pro Monat mit Facebook.
Nun will aber auch Google+ seinen Anteil an Werbeeinnahmen abbekommen. Bald soll es für Firmen wie auf Facebook möglich sein, eine offizielle Fan-Seite zu gestalten. Wer das Rennen in der schnelllebigen Welt des Web 2.0 macht und ob sich Google+ wirklich durchsetzt, werden die kommenden Monate zeigen.
