
Der Körperscanner, Foto: jürg_flickr
Die vom Innenministerium geplanten Körperscanner an Flughäfen werden vorerst nun doch nicht angeschafft. Dies bestätigte ein Sprecher der Regierung. Zuerst war noch behauptet worden, dass mit den Testläufen der Technik alles in Ordnung gewesen wäre. Dies war jedoch anscheinend nur ein Gerücht. Hans-Peter Friedrich von der CDU sagte nun in einem Interview, dass die Technik noch nicht ausgereift sei und daher die Investition von 120.000 Euro pro Scanner nicht gerechtfertigt wäre.
Die Geräte waren von der Firma L3 Communications auf den Markt gebracht worden. Diese war Vorreiter in Sachen Körperscanner gewesen. Nun soll auf vergleichbare Modelle anderer Hersteller gewartet werden, da man sich von diesen bessere Leistungen erhofft.
Die Scanner haben gegenüber den bisher gebrauchten Torsonden den Vorteil, dass sie nicht nur metallische Gegenstände aufspüren, sondern auch Sprengstoff und Waffen aus Kunststoff oder Keramik. Das Bundesinnenministerium erhoffte sich von ihnen verbesserte Sicherheitsleistungen. Daher wurden die Geräte einem Test unterzogen. Dabei wurden 809.000 Passagiere durchleuchtet. Das Ergebnis wies eine extrem hohe Fehlerquote auf. Bei 49 Prozent der Versuchspersonen wurde ein Fehlalarm ausgelöst – in den meisten Fällen wegen Falten in der Kleidung oder Schweißflecken unter den Armen. Bei 5 Prozent der Testpersonen schlug der Alarm ohne ersichtlichen Grund an. Ein Desaster, wenn man sich die Folgen des Einsatzes solcher minderwertigen Geräte vorstellt: die Flughafenkontrolleure wären völlig überfordert mit dem Kontrollieren der „verdächtigen“ Personen.
Man erhofft sich nun eine verbesserte Software – entweder vom Hersteller L3 Communications selbst oder von Konkurrenzmarken. Zum einen muss dringend die Scan-Geschwindigkeit optimiert werden, zum anderen die Trefferquote und eine größere Bandbreite der Messsignale.
Die Bundespolizei sprach sich dafür aus, erst weitere Versuche einzuleiten, wenn eine neue Software vorhanden sei. Alles andere wäre Geld-, Zeit- und Personalverschwendung.